Bilder, die nachklingen

Robert Bösch

30. Oktober

Am 30. Oktober 2025 füllte sich der ZPS Campus in Wädenswil im Rahmen der KULTOUR-Serie zum dritten Mal. Frank Joss, Herausgeber des «Zürcher Bahnhofstrasse Magazine», und Ashley Stutz, Co-Herausgeberin, empfingen die Gäste zu einem stimmigen Abend, bei dem Robert Bösch – Alpinist, Fotograf und Bergflüsterer – einige Werke aus dem neuen Buch «Bilder, die ich gesehen habe» zeigte.

Die kleine Vernissage lud dazu ein, in die ruhige, fast poetische Bildwelt Böschs einzutauchen. Unaufgeregt und doch berührend, manchmal rau kam sie daher. Und vor allem: menschlich. Es waren keine herausgeputzten Aufnahmen, die bis zu ihrer Unkenntlichkeit bearbeitet und optimiert wurden, sondern echte Bilder einer echten Welt – eine angenehme Verschnaufpause in einer Zeit, in der gerade die KI den Ton angibt.

Im anschliessenden Gespräch mit Frank Joss öffnete sich der sonst eher ruhige Bergler. Es war ein Gespräch unter Freunden, locker und persönlich, in dem die Gäste die Entwicklung von Böschs Bildsprache nachvollziehen konnten: Früher war es die Dynamik der Sportfotografie, das Ringen mit Gipfeln, das Streben, die Welt zu erobern. Heute wirken seine Bilder eher nachdenklich. Mit den Jahren ist wohl nicht nur Robert Bösch weiser geworden, sondern auch seine Werke. «Meine Fotos sind nicht politisch, denn ich will keine Botschaft überbringen. Meine Bilder dürfen einfach sein», so Bösch. Der Extremsportler scheint inmitten der bedrohlichen Bergwelt ein kleines Stück Seelenfrieden gefunden zu haben.

Der Abend klang beim gemütlichen Risotto-Plausch aus, Gespräche hallten noch nach, und bestimmt verliessen die einen den Anlass mit einer unbändigen Lust im Bauch, sich wieder einmal an richtiges Abenteuer zu wagen, bei dem der Puls in die Höhe schnellt. Und der Schreibtisch kann warten.