Fischbach & Aberegg – Renaissance der Eleganz
Erlebniswelt
Le Grand Restaurant im Palace Gstaad
Es gibt Orte, an denen Zeit keine Eile kennt, wo Architektur, Handwerk und Licht eine stille Choreographie aufführen, die uns beinahe atemlos zurücklässt. Das Le Grand Restaurant im Gstaad Palace ist ein solcher Ort. Hier verschmelzen Tradition, kosmopolitische Raffinesse und zeitgenössische Ästhetik zu einem Ganzen, das so selbstverständlich wirkt, als sei es schon immer da gewesen – und zugleich so neu, dass man es immer wieder neu entdecken möchte.
Zwischen Murano-Chandeliers und Fischgratboden
Der erste Schritt durch die Türen des Restaurants ist wie ein kleiner Moment der Entrückung. Die Luft ist warm, weich, beinahe samtig. Die Augen wandern über die glatten, polierten Oberflächen des Marmorcheminées, das im Abendlicht wie flüssiger Stein zu glühen scheint. Die Murano-Chandeliers hängen wie eingefrorene Kristallwolken von der Decke, ihre Goldnuancen spiegeln sich in den leicht patinierten Messingrosetten der Wände. Unter den Füssen knarrt der antike Fischgratboden, der in einem Sternmuster verlegt wurde, und führt den Blick behutsam zu den handgewebten Teppichen aus Wolle. Alles hier erzählt von Zeit, Geduld und meisterlicher Handwerkskunst.
La grande bellezza – subtil und doch selbstbewusst
Die Renovierung dieses legendären Raums war kein Akt der Umgestaltung, sondern der Wiedergeburt. Tanja Fischbach und Christoph Aberegg haben zwei Jahre lang geplant, entworfen, verworfen, wieder zusammengesetzt – stets mit einem Ziel: die Seele des Palace zu bewahren und zugleich eine neue Ära der Eleganz einzuläuten. «Imperfection is perfection», sagt Andrea Scherz, der seit 2001 die Geschicke des Hauses in der dritten Generation leitet. In diesen Worten liegt das Credo eines Hauses, das mehr als ein Hotel ist: ein lebendiger Ort voller Geschichten, Erinnerungen und flüchtiger Begegnungen.
In dieser Sommersaison öffnet sich das Le Grand Restaurant in neuem Glanz – ohne das Gewesene zu verleugnen. Rund 3,4 Millionen Franken flossen in die Restaurierung, jede Linie, jede Naht, jeder Farbton wurde sorgfältig bedacht. Parallel dazu wurde die La Grande Terrasse bereits im vergangenen Jahr neu definiert, ein luftiger, lichtdurchfluteter Raum, der sowohl die Bergwelt als auch die intime Atmosphäre des Hauses einfängt.
«Jeder Raum erzählt seine eigene Geschichte. Und die Gäste? Sie sind mittendrin, nicht nur dabei.»
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Die Kunst des Unsichtbaren
Was sofort auffällt, ist das Fehlen von Auffälligkeiten. Es gibt keine übertriebenen Dekore, keine Effekte, die schreien. Alles ist neu und doch vertraut. Ein Buffet, das morgens zum Frühstück liebevoll arrangiert wird, verwandelt sich am Abend zu einer skulpturalen Wohnwand, die nicht mehr an ein Buffet erinnert, sondern an ein intimes Château. In den Nischen, verborgen hinter handgefertigten Geheimtüren, öffnen sich Räume für private Veranstaltungen – dieselben Materialien, dieselben Lichtkonzepte, aber ein anderer Rhythmus, eine andere Stimmung.
Tanja Fischbach spricht von einem Prozess, der Geduld und Hingabe verlangt: «Wenn alle minutiös kuratierten Elemente ineinanderfliessen, entsteht Eigenständigkeit. Dann wirkt alles leicht, elegant und gleichzeitig reichhaltig.» Handgewebte Samtstoffe aus historischen Webstühlen in Venedig, artisanale Möbel, ausgewählte Antiquitäten und Bauernmalerei aus Palm Beach tragen dazu bei, dass der Raum ein Gefühl von Heimat und Sehnsucht zugleich vermittelt.
Wo Handwerk Magie wird
Die Magie des Le Grand liegt im Detail. Klassische Wandabwicklungen, blassgrün und mit dem Pinsel aufgetragen, kontrastieren mit dunkelversilberten Kassettenprofilen, in die Antikspiegel eingelassen sind. Blattgold, brünierte Messingrosetten, Holzschnitzereien, ein Marmorcheminée – alles fügt sich zu einer feinsinnigen Komposition. Die Kunstwerke, eine Mischung aus historischen und modernen Sujets, schliessen subtil die Kreise von Tradition und Zeitgenossenschaft. Gemälde von Max Zuber, der in den 1980er Jahren in Gstaad auch Szenen im Palace gemalt hat, tauchen im Konzept auf, und die Blicke des Betrachters verweilen auf Details, die man nur in Ruhe entdecken kann.
Die Decke, eine massive Altholzkassettendecke mit zarten handbemalten Rosetten und Ornamenten, wirkt so, als sei sie seit Jahrhunderten unverändert. Korbbögen, Nischen mit Sofas, artisanal gefertigte Glasfenster und die sanft geschwungenen Chandeliers schaffen ein Gleichgewicht zwischen Monumentalität und Intimität. Die Materialien atmen Geschichte und gleichzeitig Gegenwart, und die Stimmung ist warm, einhüllend, unaufdringlich luxuriös.
«Das Hotel Palace Gstaad wollte dem Diningroom den Groove des Art Déco verleihen. Entstanden ist ein Raum, der zwar Art ist, aber sich vom Jugendstil völlig löst. Zeitgenössisch, unmittelbar, greifbar – ein Raum, der sich fühlen lässt, nicht nur betrachtet.»
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Ein Raum für alle Sinne
Der Raum ist nicht nur zum Sehen, sondern zum Fühlen gedacht. Weiche Teppiche dämpfen Schritte, die schweren Vorhänge ruhen in tiefen Falten, Mohair-Sessel laden zum Verweilen ein, das Licht malt Schatten auf die Wände, die je nach Tageszeit die Stimmung verändern. Man kann fast den Atem des Hotels spüren, das Murmeln der Gespräche, den Duft von frisch gebackenem Brot, die stille Magie von Jahrhunderterfahrung, die hier greifbar wird.
Stilsicher durch die Zeit
Seit 1994 hat sich das Architekturbüro Fischbach & Aberegg mit nationalen und internationalen Projekten einen Namen gemacht. Ihre Handschrift ist klar: eine kosmopolitische Ästhetik, die Funktionalität, Emotion und Eleganz verbindet. Über 200 Projekte, von Hotels wie dem Grischa in Davos über Villen am Bürgenstock bis zu Boutiquen wie Kurz by Bucherer, zeigen ihre unverkennbare Philosophie: Räume sollen nicht nur wirken, sie sollen berühren, Geschichten erzählen und Menschen umschmeicheln – zeitlos, subtil, elegant.
Das Le Grand Restaurant ist mehr als ein Ort zum Essen. Es ist ein Raum, der die Sinne weckt, Erinnerungen atmet, die Vergangenheit ehrt und die Gegenwart zelebriert. Ein Raum, in dem man verweilen, staunen und sich verlieren kann. Eine Renaissance der Eleganz, die man spürt – nicht nur sieht.
«Wenn ein neuer Raum entsteht, fragen wir zuerst: Was braucht es wirklich, damit der Gast sich geborgen fühlt? Ein Raum soll nicht nur gesehen, sondern erlebt werden. Das ist unser Credo.»
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Fischbach & Aberegg AG
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