Hugo Peters × Time & Style

Rebekka Bräm 10.07.2026

5 Minuten

Architektur
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Hugo Peters × Time & Style
Geleitet von der Philosophie des Onko Chishin. Aus der Vergan­genheit lernen. Die Zukunft gestalten.

Geleitet von der Philosophie des Onko Chishin. Aus der Vergan­genheit lernen. Die Zukunft gestalten.

Architektur

Tokio–Schifflände one way

Bei Hugo Peters weht neuerdings ein Hauch Japan: Das Möbelhaus ist Exklusivpartner der Marke «Time & Style», die durch klare Formen und hochwertige Verarbeitung besticht.

Als Andy Ehrensperger zum ersten Mal mit Time & Style in Berührung kommt, befindet er sich gerade an der Möbelmesse in Mailand. Der Geschäftsführer von «Hugo Peters» ist immer auf der Suche nach Neuentdeckungen, er will seiner Kundschaft das Besondere, Nicht-Alltägliche bieten. Das, «was niemand hat». Und was war das Besondere an Time & Style? «Es war der Gesamteindruck, der mich fasziniert hat, die Filigranität, die puristischen, klaren, einfachen Formen und die handwerkliche Qualität. Die Ausstrahlung, die diese Kollektion hat, ist unglaublich!»

Sein Team stimmt ihm zu und so setzen sie sich hingebungsvoll ein für eine Partnerschaft mit der japanischen Einrichtungsmarke, die hochwertige Möbel aus Eiche, Leuchten aus Washi-Papier oder keramische Alltagsgegenstände produziert. Es habe von Anfang an eine gegenseitige Sympathie bestanden, so von Familienbetrieb zu Familienbetrieb. Aber Time & Style hatte klare Vorstellungen, vor allem den Standort betreffend. Die 1992 gegründete Firma will Fuss fassen in Europa, und zwar mittendrin, nicht nur peripher. Und so reisten die Brüder Yoshida nach Zürich, sahen sich das geschichtsträchtige, denkmalgeschützte Zunfthaus an der Schifflände 32 an und sagten Ja – zu ihrer allerersten Zusammenarbeit mit einem Schweizer Einrichtungshaus.

Wir suchen die Heraus­forderung und müssen die Zukunft neu denken.

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Zwischen Giftgrün und Nachtsalbei

Die Philosophie, das Potenzial von Neuem zu entdecken, ist tief in der DNA des Geschäfts verwurzelt. So war Hugo Peters der Erste im Kanton, der bereits ab 1969 USM-Möbel verkaufte. Und die Liebe besteht bis heute: CEO Ehrensperger bezeichnet sich selbst als «grössten USM-Fan». Er sei ein Systemmensch, und die Qualität, die Wandelbarkeit sowie das Spielerische inspirieren den gelernten Schreiner. «Phänomenal, wie Lego für Erwachsene.»

Während der Covid-Pandemie wurde sogar eine eigene USM-Farbe entwickelt, das «Hugo Peters Nachtsalbei». Das schöne, warme Grün mit Stich ins Blaugraue erfreut sich bis heute allergrösster Beliebtheit und hat offenbar sogar USM höchstpersönlich inspiriert. Denn während «Nachtsalbei» eine exklusive Besonderheit in Zürich ist und bleibt, hat der Möbelgigant für den Weltmarkt einen Olivton entwickelt. Davor nämlich setzte die Marke in Sachen Grün ausschliesslich auf ihre allererste Farbe, einen knalligen Ton.

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Anders als die anderen

Da ist es wieder, das Besondere. «Wir suchen die Herausforderung und müssen die Zukunft neu denken.» Ein schönes Einkaufserlebnis steht für Familie Ehrensperger deshalb an allererster Stelle. «Der Gast soll sich jederzeit willkommen fühlen.» Das Team pflegt eine freundschaftliche Beziehung zu seiner Kundschaft – die Menschen sollen ein Leben lang Freude an den Produkten haben und gerne wiederkommen.

Gerade in Zeiten des Onlinehandels ist dieser Dienstleistungsgedanke zentral. Wenn sich Kaufwillige in physischen Läden nur noch inspirieren lassen und die Lieblingsstücke im Anschluss online bestellen, verlieren wir als Gesellschaft viel. Diese Entwicklung hat Ehrensperger in den gut 30 Jahren, in denen er das Geschäft nun führt, am eigenen Leib gespürt. Während er bei der Übernahme von der Gründerfamilie noch einen mehr oder weniger normalen Arbeitsalltag pflegte, sieht die Realität heute ganz anders aus. Seit 2018 ist das Unternehmen mit Ehefrau Kirsten, Tochter Celine und Sohn Marvin wieder in Familienbesitz. Sie würden praktisch rund um die Uhr arbeiten und das funktioniere nur gemeinsam.

Und wie wohnt eine Familie, die tagtäglich von den schönsten Designikonen der Welt umgeben ist, eigentlich privat? Weniger ist mehr, antwortet Ehrensperger, es sei eher reduziert eingerichtet, mit Dingen, die sie wirklich schön fänden und sich perfekt ergänzen. Paul Smith, natürlich Time & Style. Aber auch ein bisschen USM und dazu beispielsweise ein alter Beizentisch mit Horgenglarus-Stühlen.

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Zurückhaltende Perfektion

Ein Beizentisch findet sich auch in der Kollektion von Time & Style, vielleicht Ehrenspergers Lieblingsobjekt. Im Gegensatz zu dem bronzenen, architektonisch beeindruckenden Tisch aus derselben Reihe nimmt sich dieser zurück. Die meisten Möbel von Time & Style sind eher zurückhaltend, auf den ersten Blick vielleicht sogar unscheinbar. Auf den zweiten allerdings ist die Liebe zum Detail sicht- und spürbar, etwa wenn organische Rundungen aus einem einzigen Stück Eichenholz gefertigt werden oder ein Schubladenmöbel vollkommen ohne Metall auskommt. Es sind kleine Kunstwerke.

Hinter dieser Ästhetik steckt die japanische Philosophie «Onko Chishin», also «aus der Vergangenheit lernen, um die Zukunft zu gestalten». Gefertigt werden die Stücke in Zusammenarbeit mit über hundert erfahrenen Handwerkern in ganz Japan sowie in der eigenen Manufaktur in Asahikawa nahe bei Hokkaido. Das Leitcredo der Marke: «Im Einklang mit der Natur leben – von der Vergangenheit bis in die Zukunft». Dieser Gegenentwurf zur industriellen Massenproduktion macht Time & Style aus.

Und treibt bisweilen vergnügliche Blüten: Der weltberühmte Schweizer Architekt Peter Zumthor ist ebenfalls mit Möbelstücken in der Kollektion vertreten. Zumthor ist ein absoluter Perfektionist, eine Eigenschaft, für die er in Japan geschätzt, ja gefeiert wird. Und nun kehren seine Entwürfe auf Umwegen nach Hause zurück: Hergestellt in Japan, sind die Möbelstücke – wie etwa eine Liege aus «seiner» Valser Therme – ab sofort in Zürich zu erwerben.

Zum Abschluss hat Ehrensperger einen Einrichtungstipp. «Früher hat man einen Tisch gekauft und die Stühle gleich mit dazu. Heute versuche ich meine Kundschaft dazu zu motivieren, ihre ganz eigene Harmonie durch Spannung zu schaffen: Warum sollte nicht jedes Familienmitglied seinen ganz persönlichen Lieblingsstuhl an den Tisch stellen? So wird es auch bestimmt nicht langweilig.» Eines steht fest: Bei der Vielfalt an inspirierenden Kollektionen, die bei Hugo Peters ausgestellt werden, kann dieser Tipp kinderleicht umgesetzt werden.

Hugo Peters AG
Schifflände 32
8001 Zürich
044 265 11 00 hugo-peters.ch